Ein niedriger Vitamin K-Gehalt kann die Mobilität älterer Erwachsener beeinträchtigen

19 / June 2019

Ältere Erwachsene mit unzureichendem Vitamin K haben laut neuer Forschung wahrscheinlich ein höheres Risiko für Mobilitätsstörungen.

Neue Forschungsergebnisse zeigen, dass ein niedriger Vitamin K-Spiegel die Mobilität älterer Erwachsener einschränken kann.
Nahrungsquellen für Vitamin K sind Grünkohl, Spinat, Brokkoli und andere Blattgemüse. Einige Milchprodukte enthalten auch Vitamin K.

Die Forscher, die die Studie durchführten, gaben an, dass ihre Ergebnisse darauf hindeuten, dass Vitamin K im Alter möglicherweise am Prozess der Behinderung beteiligt ist.

Sie beschreiben ihre Arbeit in einem Artikel, der in einer aktuellen Ausgabe von "The Journals of Gerontology: Series A" veröffentlicht wurde.

Frühere Studien haben Zusammenhänge zwischen Vitamin K und langfristigen Erkrankungen festgestellt, die das Risiko einer Mobilitätsbehinderung erhöhen können. Diese Erkrankungen umfassen Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Arthrose.

Keine dieser früheren Untersuchungen hatte jedoch den Zusammenhang zwischen Vitamin K und Mobilitätsbehinderung direkt untersucht.


M. Kyla Shea ist die erste und korrespondierende Autorin der neuen Studie. Sie erforscht Vitamin K am Jean Mayer USDA Human Nutrition Research Center für Alternsforschung an der Tufts University in Boston, MA.

Shea erklärt: "Ein niedriger Vitamin-K-Status wurde mit dem Ausbruch chronischer Krankheiten in Verbindung gebracht, die zu Behinderungen führen. Die Arbeit, diesen Zusammenhang zu verstehen, steckt jedoch noch in den Kinderschuhen."

Sie und ihre Kollegen glauben, dass sie die ersten sind, die den Zusammenhang zwischen "Vitamin-K-Status und vorfallbedingter Mobilitätseinschränkung" bei älteren Erwachsenen bewerten.

Die neuen Erkenntnisse stützen sich auf frühere Studien, in denen niedrige Spiegel an zirkulierendem Vitamin K mit einer "langsameren Ganggeschwindigkeit und einem höheren Risiko für Arthrose" in Verbindung gebracht wurden, erklärt Shea.


Mobilität ist eine Grundvoraussetzung für gesundes Altern
Forscher definieren Mobilität typischerweise als die "Fähigkeit, sich unabhängig von einem Ort zum anderen zu bewegen".

Die körperliche Unabhängigkeit ist ein wesentlicher Faktor für ein gesundes Altern und die Lebensqualität älterer Erwachsener. Vom Aufstehen bis zum Gehen und Treppensteigen gehört viel Bewegung zum Alltag.


Mobilität und Vitamin K-Status
Vitamin K ist eine Gruppe fettlöslicher Verbindungen, die eine ähnliche chemische Struktur aufweisen und in einigen Lebensmitteln enthalten sind. Phyllochinon ist die Hauptnahrungsform von Vitamin K und kommt hauptsächlich in Blattgemüse vor.

Um den Vitamin-K-Status zu bestimmen, haben Shea und ihre Kollegen zwei Blutbiomarker gemessen: Phyllochinon und nicht carboxyliertes Matrix-Gla-Protein (ucMGP), ein Protein, das Vitamin K benötigt. Sie stellen fest, dass ucMGP im Blut "ansteigt, wenn der Vitamin-K-Status niedrig ist".

Die Daten, die sie analysierten, stammten von 688 Frauen und 635 Männern in der Health, Ageing and Body Composition (Health ABC) -Studie. Rund 40% der Teilnehmer waren schwarz und zwischen 70 und 79 Jahre alt.

In der Health ABC-Studie wurde die Mobilität alle 6 Monate für einen Zeitraum von 6 bis 10 Jahren bewertet. Die Teilnehmer besuchten Kliniken und führten Interviews am Telefon durch.

Die Forscher definierten Mobilitätseinschränkungen als zwei aufeinanderfolgende 6-monatige Berichte, in denen festgestellt wurde, dass "Schwierigkeiten auftreten, wenn man eine Viertelmeile geht oder 10 Stufen ohne Pause klettert".

Sie definierten die Mobilitätsbehinderung als zwei aufeinanderfolgende 6-monatige Berichte, in denen "große Schwierigkeiten oder Unfähigkeit" aufgetreten sind, die gleiche Herausforderung beim Gehen und Klettern zu bewältigen.

Die Analyse ergab, dass bei älteren Menschen mit hoher Wahrscheinlichkeit eine Einschränkung der Mobilität und eine Behinderung der Phyllochinonspiegel im Blut festgestellt wurden.


Insbesondere stellten die Forscher fest, dass die Entwicklung einer Mobilitätseinschränkung bei Patienten mit niedrigem Phyllochinonspiegel im Blut fast 1,5-mal wahrscheinlicher war als bei Patienten mit ausreichendem Phyllochinonspiegel.

Darüber hinaus war die Wahrscheinlichkeit, dass Personen mit niedrigem Phyllochinon-Gehalt eine Behinderung der Mobilität entwickeln, fast doppelt so hoch wie bei Personen mit ausreichendem Phyllochinon-Gehalt.

Es gab keine eindeutige Beziehung zwischen Mobilitätseinschränkung oder Behinderung und den ucMGP-Blutspiegeln.

Die Ergebnisse für Männer und Frauen waren weitgehend ähnlich.

Die Forscher fordern weitere Studien, um ihre Ergebnisse zu bestätigen und die Mechanismen zu klären, die Vitamin K mit Mobilität verbinden könnten.

"Aufgrund der wachsenden Zahl älterer Menschen ist es uns wichtig, die verschiedenen Risikofaktoren für Mobilitätsbehinderungen zu verstehen."